Entstehung der Tübinger
Narren 99 e.V.
Unsere Gründungssitzung fand am
11.11.1999 in Derendingen statt, an welcher die neun
Gründungsmitglieder teilnahmen:
- Jürgen Groth
- Martin Eisele, jetzt Quint
- Sandra Geißler
- Carina Helle
- Sandra Quint
- Steffen Raidt
- Gabi Blank
- Marko Posaric, jetzt Helle
- Stefanie Quint
- Anika Blank
|
(1.
Vorsitzender und Zunftmeister)
(2. Vorsitzender)
(Schriftführerin)
(Kassier)
(Beisitzerin)
(Oberdeiffel)
(Oberhex)
aus Altersgründen kein offizielles Gründungs-
mitglied, aber auch von Anfang an dabei
|
Für den Großteil der Anwesenden
kam alles sehr überraschend. Die Idee einen Fasnetsverein zu
gründen, stieß aber sofort auf große Begeisterung.
Nach
langen Diskussionen, Beschlüssen und Wahlen einigte man sich auf
den Namen „Tübinger Narren 99 e.V.“ sowie die Schaffung zweier
Häsgruppen:
-
Tübinger Georgsdeiffel
-
Tübinger Neckarhexa
Die Gruppe der Tübinger Georgsdeiffel
ist auf eine Anzahl von 66
Deiffeln begrenzt. Als Vorbild dienen eine alte Schrift sowie die
Abbildung eines Holzschnittes aus dem Tübinger Stadtarchiv. Die
Schrift beschreibt eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1571.
Die Gruppe der Tübinger Neckarhexa ist begrenzt auf 13 Hexen.
Diese Figur entstammt einer alten Tübinger Sage. Eine Jahresangabe
oder ähnliches ist nicht überliefert.
Die folgenden Wochen waren erfüllt von
Sitzungen, Kreativtreffen, Organisations- und Einkaufsexkursionen.
Schließlich galt es den neuen Verein noch während der
nahenden Fasnetssaison 2000 zu präsentieren. Dies bekam vor allem
der auserwählte Maskenschnitzer Josef Baur aus Starzach-Bierlingen
zu spüren, da er innerhalb von 8 Wochen zwei neue Masken gestalten
sollte und diese anschließend in mehrfacher Ausführung unter
Zeitdruck anfertigen musste. Ihm sei
an dieser Stelle nochmals besonders gedankt. Gute Arbeit!!!
Nach endlosen Stunden am Computer,
an Nähmaschinen, bei Amtsgängen und vielen Ausflügen zum
Schnitzer waren alle bereit zu ersten Auftritt beim Kappenabend in
Kusterdingen sowie dem ersten Umzug in Poltringen.
Die Enstehungsgeschichte des Häs der
Georgsdeiffel und der Neckarhexa
Der
Georgsdeiffel
Im Jahre 1571 wurde
Pfalzgraf Georg III.
zu
Tübingen ins Hohenl
ohische zu einer
Karnevalsveranstaltung
geladen. Der
Pfalzgraf kam mit seinem
Gesinde auf
die glorreiche Idee, sich aus
pechgeschwärztem Hanf ein Teufelshäs für diese
Veranstaltung zu nähen. Als nun einer dieser Teufel zu
fortgeschrittener Stunde
an eine zu dieser Zeit zu Wärme- und Beleuchtungszwecken
genutzten Kohle- pfanne
geriet, fing sein pechgeschwärztes Teufels- häs sofort Feuer.
Der Pfalzgraf und
die anderen wollten ihn löschen. Sie fanden aber nirgends Wasser
und so fingen
auch sie Feuer. Der Pfalzgraf verbrannte. Aber wundersamer Weise war
sein
Körper unter dem verbrannten Häs völlig unversehrt. Aus
dieser wahren
Geschichte entstand der Tübinger Georgsdeiffel mit seinem
charakteristischen
schwar- zen Zottelhäs und der in Feuerfarben gestalteten Maske.
Die Tübinger
Neckarhex
entstand nach
einer alten
Tübinger
Sage, wonach es in
Tübingen ein kräuter- kundiges Weiblein gegeben haben soll.
Dieses Weiblein sei
eines Tages in das Haus eines

reichen Kaufmannes geholt worden, um die kranke
Tochter mit einem Kräutlein gesund zu machen. Die Tochter verstarb
jedoch
wenige Zeit später, worauf der Kaufmann das Weiblein bei der
Obrigkeit als Hexe
anzeigte. Schließlich musste sie sich einem Gottesurteil
unterziehen, welches
in Tübingen in dieser Zeit folgendermaßen aussah: Das
Weiblein sollte an
schwere Steine gekettet in den Neckar geworfen werden. Sollte sie
wieder
auftauchen, wäre ihre Unschuld bewiesen. So geschah es dann auch.
Da das
Weiblein einen weiten Umhang trug, sammelte sich darunter beim
Hineinwerfen
Luft an, welche sie sofort wieder an die Oberfläche trug. Da das
Weiblein sehr
beliebt war, waren die Tübinger Bürger gerne bereit, dies als
Gottesurteil
anzuerkennen und sie freizusprechen. Um den Leuten nicht mehr in die
Augen
sehen zu müssen,
sah man das Weiblein
nach diesem Tag nie wieder ohne einen spitzen Hut mit einer breiten
Krempe
herumlaufen. Daher ist das Charakteristikum der Tübinger Neckarhex
der weite,
schwarze Umhang und der spitze, breitkrempige Hut.